K2 Disruption: Alles auf neu!

„Disruption“ ist einer der Trendbegriffe unserer Zeit. Laut Wikipedia bedeutet Disruption „so viel wie Unterbrechung, Störung, Bruch, Unordnung oder Zerstörung“ und bezeichnet einen Vorgang, bei dem etwas Bestehendes (und durchaus Erfolgreiches),etwa eine Technologie, ein Produkt oder eine Dienstleistung durch etwas Neueres (und vermeintlich besseres) verdrängt und (fast) vollständig ersetzt wird.

Wenn also K2 in diesem Winter eine komplett neue Ski-Serie auf den Markt bringt und sie „Disruption“ nennt, dann ist das auf jeden Fall schon mal eine Ansage. In seinen offiziellen Unternehmensmitteilung lässt K2 sogar verlauten: „Mit Disruption will K2 bestehende Strukturen mutwillig zerstören, damit daraus etwas Neues entstehen kann.“

Gut gebrüllt, Löwe! Aber natürlich machen solche Ansagen auch eine wenig skeptisch: Halten die neuen Ski von K2 wirklich, was der Name verspricht? Oder wird hier mal wieder einfach nur Altbekanntes neu verpackt?

K2 Disruption: Noch besser als K2 Charger und K2 Ikonic?

Eines lässt sich schon gleich zu Beginn feststellen: mutig sind sie ja bei K2. Denn die beiden Ski-Serien, die in diesem Winter durch die neue Disruption-Serie ersetzt werden – die Pistencarver-Serie K2 Charger und die Allmountain-Serie K2 Ikonic – wurden über Jahre hinweg immer weiter entwickelt und haben sich völlig zurecht einen extrem guten Ruf erarbeitet. (Ein Interview mit Ex-Rennläufer und K2 Sales Manager Stefan Stankalla über die Entwicklung dieser Serien findest Du hier).

Und das alles – den etablierten Namen und die etablierte Technologie - wirft K2 jetzt einfach über Bord und ersetzt es durch etwas Neues. Im firmeninternen K2-Kosmos ist die neue Disruption-Serie also auf jeden Fall schon mal eine waschechte Disruption. Aber bringt K2 mit den Disruption-Ski auch in den größeren Ski-Kosmos etwas Neues ein, etwas das diesen ganzen Kosmos komplett verändern könnte?

Dark Matter Dampening und Co.: Eine stimmige Mischung

Die größte Neuerung, die K2 in die neuen Ski einbringt ist etwas, das sie „Dark Matter Damping“ nennen. Schon wieder so ein großes Wort. Das ehrlich gesagt mit dem, was K2 in die Ski gebaut hat nicht mehr wirklich viel zu tun hat, außer dass es schwarz ist und irgendwas mit Schwer- und Fliehkräften zu tun hat.

Die „Dark Matter“ von K2 ist nämlich eine Konstruktion, bei der ein Polymer-Dämpfer zwischen zwei Schichten hochfesten Carbons strategisch entlang der Skikanten platziert wurde. Und das ist in dieser Form tatsächlich etwas Neues. Vor allem ist neu, wie gut es funktioniert. Die Dark Matter Dämpfung reduziert nämlich Vibrationen extrem effektiv und sorgt so für optimalen Kantenkontakt und perfekte Kontrolle gerade bei hartem und eisigem Schnee. Und mit genau diesem Kantengriff und dieser Kontrolle kann man schneller und aggressiver Ski fahren und seine Schwünge noch präziser setzen. Womit wir wieder bei den Fliehkräften wären, deren Wirkung man sich auf den Disruption-Ski in geradezu galaktischem Ausmaß aussetzen kann.

Einen weiteren wichtigen Beitrag zum optimalen Kantengriff (und damit zur Skikontrolle)leistet die PowerWall-Technologie. Durch den Einsatz einer zweiten ABS-Seitenwange, die laminiert und mit dem Holzkern im Mittelbereich des Skis verbunden ist, wird die Kraftübertragung des Skis um ein Vielfaches optimiert. Dabei reicht die Seitenwange bis in das Zentrum des Skis, wodurch die Kraft des Skifahrers direkt und präzise auf die Kante übertragen wird. Auch diese nahtlose Verbindung von Kern und Seitenwange ist in dieser Form durchaus etwas Neues und sorgt für einen satten Kantengriff ohne allzu viel Kraftaufwand.

Für eine grundsätzliche Stabilität und Präzision wurde die neue I-Beam-Technologie verbaut. Je nach Modell der Disruption-Kollektion wird Carbon I-Beam oder Titanal I-Beam verwendet. In beiden Fällen sorgen diese Titanal- oder Carboneinlagen für mehr Stabilität, Präzision und Energieübertragung auf der gesamten Skilänge. Und auch wenn stabilisierende Einlagen dieser Art ab einer gewissen Preisklasse in der Ski-Industrie durchaus als Standard gelten können, erstaunt es wieder, wie gut sie in diesem Fall funktionieren.

Eine weitere Neuerung ist die Schaufelgeometrie, die im Zusammenspiel mit der Dark Matter Dämpfung dafür sorgt, dass sich die Ski der Disruption-Familie sehr einfach und fehlerverzeihend in die Kurve ziehen lassen.

Für sich genommen ist sicherlich keine dieser Technologien eine so bahnbrechende Neuerung, dass man von einer disruptiven Technologie oder einer Neuerfindung des Skifahrens sprechen könnte. Was aber durchaus eine neue Qualitätsstufe erreicht, ist das extrem gute Zusammenspiel der einzelnen Elemente. Das ganze Disruption-Konzept ist über die ganze Serie hinweg einfach ziemlich stimmig. Perfekter Kantengriff, leichte Schwungeinleitung, Laufruhe, Wendigkeit: es macht einfach richtig Spaß, die Disruption-Ski zu fahren. Und es ist erstaunlich leicht, die Ski dazu zu bringen, genau das zu machen, was man von ihnen will. Und das gilt für alle Modelle der Disruption-Famailie, so unterschiedlich sie sonst auch sein mögen.

K2 Disruption MTi, K2 Disruption Sti und K2 Disruption SC: Pistencarver für Speed und Agilität

An die Stelle der eher pisten- und geschwindigkeitsorientierten Charger-Serie treten etwa die Modelle K2 Disruption MTi, K2 Disruption STi oder der K2 Disruption SC. Alle drei Modelle sind mit ihren relativ schmalen Mittelbreiten vor allem auf präparierten Pisten zuhause, funktionieren dank dem SpeedRocker aber auch im Sulz oder im Neuschnee.

Der K2 Disruption MTi ist mit seinem vergleichsweise großen Radius und dem Titanal-Beam das Hochgeschwindigkeitsgeschoss in der Disruption-Familie. Er fährt sich erstaunlich ruhig und geschmeidig, auch wenn der Untergrund mal etwas rauer und gerade dann, wenn es mal etwas schneller wird. Oder eher: richtig, richtig schnell. Dabei lässt sich der Disruption MTi bei Bedarf auch erstaunlich leicht in einen kürzeren Schwung drücken und hat auch kein Problem damit, sich agil durch aufgeworfenen Schnee zu schlängeln.

Noch etwas wendiger ist der mit einem engeren Radius versehene K2 Disruption STi, ein extrem präziser Ski, mit dem sich Kurven sehr eng, elegant und schnittig angehen und durchfahren lassen, der aber dank der Titanal-Einlage auch bei hohen Geschwindigkeiten locker die Spur hält.

Ähnlich agil ist der K2 Disruption SC, der dank seiner Carbon-Einlage und etwas breiteren Mitte noch leichter im Handling ist und neben der Sicherheit und Laufruhe auch noch einiges an Komfort vermittelt.

K2 Disruption 82Ti und K2 Disruption 78Ti: Allmountain-Ski für alle Fälle

An die Stelle der Allmountain-orientierten Ikonic-Serie treten zum Beispiel die breiteren Modell K2 Disruption 82 Ti und K2 Disruption 78 Ti.

Beide Ski sind für Allmountain-Ski erstaunlich agil, auch wenn sie in dieser Hinsicht natürlich nicht mit den schmaleren Pistenmodellen mithalten können. Dafür entfalten sie dank ihrer höheren Mittelbreite ihre Stärken vor allem dann, wenn die Piste nicht mehr wirklich wie eine Piste aussieht.

Vor allem der K2 Disruption 82 Ti pflügt über alles hinweg, was sich dem Fahrer bei der seiner Abfahrt in den Weg stellen mag und hält ohne Wenn und Aber die Spur. Aber auch der etwas schmalere K2 Disruption 78 Ti kommt mit allen Bedingungen problemlos zurecht. Vor allem die einfache Schwungeinleitung in Verbindung mit der hohen Sportlichkeit weiß zu überzeugen.

K2 Disruption MTi Alliance und K2 Disruption SC Alliance: Ladycarver ohne Kompromisse

Natürlich dürfen auch Damenski mit der Disruption-Technologie nicht fehlen. Der K2 Disruption MTi Alliance und der K2 Disruption SC Alliance sind die Pendants zu den entsprechend benannten Herrenmodellen, und stehen diesen in nichts nach. Mit diesen Modellen ergänzt die K2 Womens Alliance die K2-Ladycarver-Serie Anthem um zwei extrem hochwertige Alternativen. (mehr über die Damen-Ski der Anthem-Serie und über die K2 Womens Alliance erfährst du hier)

Der K2 Disruption MTi Alliance ist ein Ski, der ebenfalls selbst höchste Geschwindigkeiten mit extremer Laufruhe wegsteckt, sich dabei extrem geschmeidig zeigt und dabei ein erstaunlich komfortables Fahrgefühl vermittelt. Kurz: ein Ski, auf den man sich verlassen kann, egal, was man vorhat. Der K2 Disruption SC Alliance ist mit seiner Carbon-Einlage noch etwas leichter im Handling und mit seinem kürzeren Radius noch etwas wendiger.

Mit all diesen Modellen erfindet K2 das Skifahren vielleicht nicht neu, aber macht (wieder mal) ein bisschen besser.