Saisonhighlights: Was gibt es Neues?

Die Innovations-Maschine dreht sich auch im Skibereich immer weiter: Die Skihersteller entwickeln neue Technologien, bauen Prototypen, testen, was das Zeug hält. Wenn es gut läuft, werden die Neuentwicklungen dann zunächst im Rennbereich eingesetzt und landen dann nach wenigen Jahren auch in den Online-Shops und an den Skiwänden und in den Schuhregalen der Skigeschäfte.

Auf diese Art kommen jedes Jahr zahlreiche neue oder neu überarbeitete Ski- und Skischuh-Modelle auf den Markt. Da ist es manchmal gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten: Welche Neuheiten gibt es, welche neuen Produkte sind wirklich innovativ, und welche nur die alten Modelle in neuem Design?

Um Euch dabei zu helfen, den Durchblick zu bewahren, haben wir für euch einige der Neuheiten zusammengestellt, von denen wir glauben, dass sie wirklich etwas Neues auf die Piste bringen oder zumindest deutliche Verbesserungen von bekannten Konzepten darstellen. Da der letzte Winter bekanntermaßen für die meisten von uns trotz des vielen Schnees nicht gerade ein gelungener Ski-Winter war, wollen wir uns dabei nicht nur auf die Neuheiten der kommenden Saison beschränken, sondern auch einige der Neuheiten der letzten Saison vorstellen. Die haben es nämlich nicht verdient, unterzugehen.

Dämpfung und Dynamik: Neue Ski von Head, Völkl, Atomic, K2 und Rossignol

Die großen Themen bei der Ski-Entwicklung scheinen im Moment Dämpfung und Dynamik zu sein.

Zum Beispiel bei der neuesten Groß-Innovation aus dem Hause Head: dem Electric Managment Circuit (EMC). Hört sich an, wie etwas aus dem Grundkurs Höhere Physik, ist es auch, nämlich ein Kreislauf, der die kinetische Energie, die während der Fahrt durch Durchbiegen und Verwinden entsteht, in elektrische Energie umwandeln soll. Am interessantesten für uns ist daran, dass sich die mit dieser Technologie ausgestatteten Ski tatsächlich spürbar ruhiger und präziser steuern lassen, dass sie satter auf der Kante liegen. und weniger flattern. Und da Head den EMC sowohl in den Modellen der neuen Sportcarver-Serie E-Superhape, als auch in der Rennserie Worldcup Rebels und im Spitzenmodell der komplett überarbeiteten Ladycarver-Serie Joy verbaut, sollte für jeden etwas dabei sein.

Auch bei Völkl ruht man sich nicht auf Tradition und vergangenen Erfolgen aus. Denn Tradition ist eine Säule des Erfolgs, ständige Weiterentwicklung eine andere, genauso wichtige. Zum Beweis hat Völkl den modernen Klassiker Völkl Racetiger und den Erfolgsski der vergangenen Jahre, den Völkl Deacon noch einmal verbessert und beide Serien um die neuen Master-Modelle ergänzt. Besonders der sonst nur im Rennsport verwendete Holzkern aus Esche und die maßgeschneiderten Tailored Carbon Tips sorgen dabei für ungeahnte Dynamik und Sportlichkeit.

In diesem Winter treibt auch Atomic die Ski-Evolution mit der in Zusammenarbeit mit Marcel Hirscher entwickelten Revoshock-Technologie einen weiteren Schritt voran. Revoshock wurde ursprünglich für Weltcup-Ski entwickelt, und beim Weltcup Saisonauftakt 2020 in Sölden holte Lucas Braathen mit Redster Revoshock bereits einen Sieg im Riesenslalom. Jetzt ist sie in Form der neuen Redster-Serie auch für Freizeit-Fahrer verfügbar. und verspricht neben einer verbesserten Dämpfung auch einen dynamischeren Rebound.

Bei K2 hat man sich mit der neuen Disruption-Serie nicht nur eine langsame Evolution vorgenommen sondern eine komplette Revolution. Das mag etwas übertrieben erscheinen, aber mutig ist es schon, die lange erfolreichen Serien Charger und Ikonic einfach in den Wind zu schießen und durch etwas ganz Neues zu ersetzen. Hat es sich gelohnt? Wir finden schon. Denn das Disruption-Konzept ist über die ganze Serie hinweg einfach ziemlich stimmig. Perfekter Kantengriff, leichte Schwungeinleitung, Laufruhe, Wendigkeit: es macht einfach richtig Spaß, die Disruption-Ski zu fahren. An welchem Bestandteil der neuen Rezeptur das auch immer liegen mag.

Ähnliches gilt für die neu überarbeitete Experience-Serie von Rossignol. Ziel war es, einen Ski zu entwickeln, der sich in allen Arten von Gelände genauso geschmeidg fährt, wie auf der frisch präparierten Piste, aber dennoch in jeder Kurve und jedem Kantenübergang spritzig und verspielt ist. Kernstück des Konzepts ist die neue Drive Tip Solution, eine Schaufel aus dämpfendem Material, die holpriges Terrain in ein angenehmes Fahrgefühl verwandeln soll. Das macht die neuen Experience-Ski im Ergebnis extrem vielseitig - und macht es so jedem möglich, das ganze Skigebiet zu erkunden.

Bequemer und besser anpassbar: Neue Skischuhe von Atomic und Nordica

Soviel zu den Ski-Neuheiten. Und was gibt es Neues bei den Skischuhen?

Hier sind vor allem drei große Trends zu beobachten: geringeres Gewicht, bessere Anpassbarkeit und mehr Bequemlichkeit.

Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist seit Jahren Atomic. Die Österreicher haben bereits in den vergangenen Jahren mit der legendären Hawx-Serie und der ausgeklügelten Prolite-Konstruktion Maßstäbe in Sachen Leichtigkeit und Anpassbarkeit gesetzt. Und sie legen in diesem Winter in Form der neuen Hawx-Professional-Serie noch einmal nach: Die neuen Professional-Modelle von Atomic unterscheiden sich vor allem darin von anderen Schuhen, dass sie gewissermaßen die Vorteile des im Handel verbreiteten thermoverformbaren Innenschuhs mit denen des klassischen “geschäumten” Innenschuhs verbinden – und so beide besser machen.

Auch bei Nordica arbeitet man seit langem daran, Anpassbarkeit, Sportlichkeit und Komfort unter einen Hut (bzw. in einen Skischuh) zu bringen - mit einigem Erfolg. Besonders gelungen ist dabei unserer Meinung nach die Wiederbelebung eines alten, nie ganz vergessenen Konzepts: des gar nicht mal so guten, alten Heckeinsteigers. Keine Frage: Heckeinsteiger waren extrem komfortabel, besonders beim Ein- und Aussteigen. Aber sie hatten zumeist eine wirklich miese Kraftübertragung. Mit der HF-Serie hat Nordica dieses Problem, an dem sich die Skischuh-Entwickler seit langem die Zähne ausbeißen, gelöst: bequem wie ein Heckeinsteiger, sportlich wie ein Schnallenschuh, wirklich gut gelungen.

Keine Kompromisse dank der S/Lab Shift-Bindung von Salomon

Auch auf einem Gebiet, dem normalerweise nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, tut sich einiges, nämlich auf dem der Bindungen. Genauer gesagt: auf dem Gebiet der Touren-Bindungen. Seit langem wird versucht, Bindungen zu entwickeln, die den Aufstiegskomfort einer Pin-Bindung mit der Sicherheit und Kraftübertragung von Alpin-Bindungen verbinden. Ein besonders gelungener Versuch kommt jetzt aus dem Hause Salomon, das mit der S/Lab Shift nicht weniger versucht als eine “Revolution der Tourenbindungen”. Herausgekommen ist ein Schmuckstück der Ingenieurskunst: Die Shift ist für so ziemlich alles geeignet, was man sich auf den winterlichen Bergen nur so vorhaben könnte: lange Aufstiege, wilde Freeride-Abfahrten aber auch für Tage auf der ganz normalen Piste – eigentlich muss man mit ihr an keiner Stelle einen faulen Kompromiss eingehen.

Soviel zu unser kleinen Saison-Vorschau. Wer mehr wissen möchte, sollte demnächst mal wieder hier vorbeischauen. Denn auf das alles (und natürlich auch auf viele andere Themen) werden wir hier in unserem Blog in den nächsten Wochen und Monaten noch ein wenig näher eingehen.’