Auf den Feinschliff kommt es an – ohne Skiservice oder Snowboardservice kein Pistenspaß

Das Anschaffen eines neuen Service-Roboters für Ski und Snowboard bedeutet einen erheblichen Aufwand – finanziellen Aufwand einer- und jede Menge Arbeit andererseits. 

Dennoch haben wir uns dazu entschieden, unsere alte, durchaus gute, Schleifmaschine durch den High-End-Skiservice-Roboter Montana Saphir II Pro zu ersetzen. Der Grund: Wir sind davon überzeugt, dass ein guter Skiservice zum wichtigsten gehört, was es im Wintersport gibt, und dass es sich daher lohnt, alles, was möglich ist, zu tun, um die besten Ergebnisse zu erzielen. 

Warum ist guter Ski-Service so wichtig? 

Wenn du dir einen neuen Ski zulegst, ist er in der Regel sofort einsatzbereit, und du kannst (natürlich nach der obligatorischen professionellen Bindungseinstellung) direkt loslegen. Aber schon nach einigen Skitagen zeigen sich die ersten Abnutzungserscheinungen: Die Kante verliert an Schärfe, die Gleiteigenschaften verschlechtern sich und vielleicht zeigen sich auch schon die ersten Kratzer im Belag. Natürlich kannst du es drauf anlegen und darauf hoffen, dass dein Ski auch im nächsten Skiurlaub noch leidlich funktioniert. Aber es gibt viele gute Gründe, deinem Ski spätestens nach einer Woche Pistenzeit einen guten Skiservice zu gönnen: 

  • Sicherheit: Zum Lenken und Bremsen benötigst du scharfe Kanten. Schon nach wenigen Tagen werden die Kanten unmerklich nach und nach "runder". Besonders Kunstschnee und Eis nutzen die Kanten schnell ab. Das Bremsen wird anstrengender, weniger effektiv, der Bremsweg also deutlich länger und das Lenken der Ski wird ungenauer. "Runde Kanten" sind daher ein Sicherheitsrisiko! Die Ski fahren schlicht nicht mehr genau dahin, wo du sie hinsteuern möchtest, und für ein plötzliches Hindernis reicht der Bremsweg vielleicht nicht mehr.  
  • Haltbarkeit: Kleine Macken sind unschön, tiefe Riefen verringern aber die Lebensdauer deines Skis. Besonders im Bereich unter der Bindung finden sich oft tiefe Riefen, die schnell bis ins Innenleben reichen. Dies gefährdet deinen Ski akut: Der Holzkern des Skis kann aufquellen und der Ski ist damit zerstört. Und ganz nebenbei verschlechtern die Macken auch die Gleiteigenschaften des Skis erheblich. Auch das kennst du vom Ziehweg, wenn alle an dir vorbeirauschen, ohne zu schieben.  
  • Gleiteigenschaften: Nicht nur die Belagschäden bremsen den Ski, auch Mangel an Wachs und besonders ein oxidierter Belag macht ihn stumpf. Oxidation erkennst du am matten, gräulich-weißen Schimmer, der zuerst unter dem Bindungsbereich auftritt. Ein oxidierter Belag kann kein Wachs oder Fluid aufnehmen und bleibt immer stumpf; wachsen, egal ob mit dem Taschenwachs oder professionell wäre jetzt Geldverschwendung. Der oxidierte Belag nimmt kein Wachs mehr an. Das ist, als wenn man rostiges Eisen streicht. Hält auch nicht. Zudem ist keine Struktur mehr im Belag. Ähnlich wie beim Schlittschuh gleitet der Ski mit feinen "Rillen" auf dem Wasserfilm des Schnees. Nutzt diese Struktur sich ab, gleitet der Ski nicht mehr "reibungslos", du wirst langsamer und bleibst vielleicht sogar in feuchtem Schnee stecken. 

Was gehört zu einem guten Ski-Service dazu? 

Um all diesen Problemen entgegenzuwirken und einen sicheren Kantengriff, eine gute Drehfreudigkeit und Gleitfähigkeit sowie die Langlebigkeit deiner Ski zu gewährleisten, sind eine Reihe von Arbeitsschritten nötig. Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung steht dabei das Wachsen erst an letzter Stelle. 

Angefangen wird mit einem Vorschleifen von Hand, worauf je nach gewähltem Service ggf. die Belagsausbesserung folgt, bei der mit viel Druck bei knapp 300°C flüssiger Kunststoff in einem Schmelzschweißverfahren in den Belag eingebracht wird und überschüssige Belagsreste per Hand abgeschliffen werden. 

High-End-Skiservice-Roboter Montana Saphir II Pro  

Erst jetzt kommt unser neuer vollautomatischer Ski- und Snowboardschleifroboter zum Einsatz und hilft dir, das Optimum für deinen Ski zu erreichen. Jeder Ski wird vor dem Schleifvorgang mit Infrarot und Lasersensoren in der Länge, sowie mit Zentrier- und Tastbacken in der Breite vermessen. Zwei unterschiedlichen Schleifsteine schleifen den Ski zunächst einmal plan. Im nächsten Schritt wird computergesteuert mittels einer individuell für jeden Ski errechneten Druckkurve in mehreren Schleifzyklen eine feine Struktur in den Belag geschliffen.  

Wie kommen die unterschiedlichen Strukturen in den Belag?  

 Eine Belagstruktur ist ein Muster in Skibelag. Es werden ganz gezielt im Schleifvorgang feine Rillen in den Belag gefräst. Diese Rillen können sehr verschiedene Muster bilden, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Fahreigenschaften haben. Das hängt damit zusammen, dass der Ski auf einem Wasserfilm auf dem Schnee gleitet. Dieses Wasser muss auch abgeleitet werden, damit der Ski sich nicht ansaugt. Es dürfen aber auch nicht zu viele Rillen sein, weil der Ski sonst „auf dem Trockenen liegt“ und nicht mehr dreht. Teilweise werden zu diesem Zweck sogar verschiedene Muster übereinander gefräst oder an unterschiedlichen Stellen des Skis unterschiedliche Muster eingebracht. Die Muster werden mittels zweier Schleifsteine in den Ski gefräst. Die Schleifsteine wiederum sind unterschiedlich hart und rotieren mit unterschiedlichen Drehzahlen und unterschiedlichen Druck über den Skibelag. In die Schleifsteine wird das „Gegenmuster“ mittels Diamanten eingeprägt, während die Steine für das Einfräsen dieser Muster rotieren. Diese Routine wird regelmäßig wiederholt, bei sehr aufwendigen Strukturen, z.B. beim Premium- oder Race-Service vor jedem Schleifgang.  

Welche Struktur wird bei welchem Service-Angebot angewendet? 

Beim kleinen und großen Skiservice wird eine sehr universelle Rautenstruktur, bei der leichtes Drehen und gute Gleiteigenschaften im Vordergrund stehen, eingeschliffen. 

Beim Rennservice liegt der Fokus -du ahnst es bereits- eher auf Speed, aber natürlich ist der Ski für einen Könner, der gelernt hat, seinen Körperschwerpunkt effektiv zu verlagern, noch gut drehbar.  

Unseren Premium-Skiservice kann man sich so vorstellen, dass die beiden Struktur-Charakteristika Komfort/Drehbarkeit und Speed in einem sehr aufwändigen Prozess übereinander geschliffen werden. Der Ski bekommt die besondere Charakteristik einer Bogenstruktur, die die Vorteile der Rautenstruktur und der Pfeilstruktur vereint, dabei aber etwas weniger Augenmerk auf Speed legt. Das erfordert mehr Schleifvorgänge, die jedoch nur mit minimalem Druck erfolgen. So ist der Belagabtrag nicht höher als beim klassischen Service. Der Premium-Skiservice ist wegen des erhöhten Aufwands zwar etwas weniger preiswert, bewirkt aber eine besondere Kombination von leichter Drehbarkeit und schnellem Gleiten. Du wirst es auf der Piste merken. 

Die Kanten und ihr Winkel  

Nach dem Belagschliff müssen auch noch die Kanten geschliffen werden. Je nach Service kann die Seitenkante (die Schärfe) mit einem Winkel von theoretischen 86-89° geschliffen werden. Je spitzer der Winkel, desto aggressiver wird der Einzug des Skis auf der Piste. Die tatsächlichen Fahreigenschaften ergeben sich aber erst, wenn zum Seitenkantenwinkel noch der belagseitige Winkel kommt. Der belagseitige Teil der Kante, also unten, wird „abgehängt“. Hier sind Winkel zwischen 0,4 bis 0,7° nach außen sinnvoll. In diesem Fall ist es so, dass der Ski leichter zu fahren ist, wenn mehr abgeschliffen wird. Viel wäre 0,7°, recht aggressiver dagegen 0,4°.    

Und ganz zum Schluss: Wachsen 

Erst jetzt, ganz zum Schluss, wird der Ski mit flüssigem Wachs bearbeitet. Und damit der Ski auch wirklich gut läuft, gilt: Weniger ist mehr. Erst wird Wachs heiß aufgetragen und im Nachgang, wenn das Wachs noch nicht hart, aber auch nicht mehr flüssig ist wird alles überschlüssige Wachs aus der mühsam kreierten Belagstruktur herausgebürstet -denn wir wollen Wachs nur in den Belagporen und nicht in der Struktur. 

Du siehst, es braucht jahrelange Erfahrung, versierte Mitarbeiter und einen teuren Maschinenpark, um einen absoluten Spitzenservice anzubieten, der sein Geld auch wert ist. 

Hier erfährst du alles weitere, was es zu unserem Ski- und Snowboard-Service zu wissen gibt.

Stichworte: Skiservice